Tagesarchiv: April 27th, 2007

GESUNDHEITSZUSTAND IN DER PENSION EINKOMMENSABHäNGIG
GERINGE BEZAHLUNG WIRKT SICH NEGATIV AUS

Die gesundheitliche Kluft
zwischen den am besten und am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen
wird im Ruhestand noch größer. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie
des University College London http://www.ucl.ac.uk gekommen.
Lebenslange geringe Bezahlung lässt einen Menschen körperlich acht
Jahre älter werden als Gleichaltrige mit einem hohen Einkommen. Die
Wissenschafter begleiteten mehr als 10.000 Behördenbedienstete im
Alter zwischen 35 und 55 Jahren über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Die körperliche Gesundheit nahm altersbedingt laut British Medical
Journal http://www.bmj.com bei allen Gruppen ab. Am stärksten war
dieser Effekt jedoch bei den Teilnehmern mit dem geringsten Einkommen.

Die Mitarbeiter kamen aus 20 verschiedenen Abteilungen und aus allen
Berufsbildern. Sie wurden zwischen 1985 und 2004 fünf Mal befragt.
Bei der Pensionierung blieb die gesundheitliche Kluft nicht nur
bestehen, sie weitete sich auch aus. Die körperliche Gesundheit
eines Siebzigjährigen mit hohem Einkommen entsprach der eines
Mitarbeiters mit geringem Einkommen, der rund acht Jahre jünger war.
In der Mitte des Lebens, lag die Kluft nur bei 4,5 Jahren. Bei den
höher bezahlten Mitarbeitern schien die Pension die psychische
Verfassung und das Wohlbefinden zu steigern. Eine ähnliche
Verbesserung konnte bei den schlechter bezahlten Mitarbeitern nicht
festgestellt werden. Obwohl vorwiegend in Büros arbeitende
Angestellte an der Studie teilnahmen, gehen die Wissenschafter davon
aus, dass diese Ergebnisse auch für andere Berufsgruppen gelten.

In Großbritannien verfügen Menschen laut BBC bei Erreichen des
Pensionsalters durchschnittlich über eine weitere Lebenserwartung
von 20 Jahren bei Frauen und zehn Jahren bei Männern. Der leitende
Wissenschafter Tarani Chandola meinte, dass immer angenommen wurde,
dass die gesundheitliche Kluft sich mit der Pensionierung verenge.
"Die Pension entspricht aber nicht dem Arbeitsleben. Die Ungleichheit
im Gesundheitsbereich verstärkt sich vielmehr noch." Eine Reihe von
Faktoren könnten die Unterschiede erklären. Dazu gehören unter
anderem Lebensgewohnheiten und Einkommen. Ein höheres Einkommen
ermögliche zum Beispiel mehr soziale Aktivitäten und eine
gesündere Ernährung.