ÜBERGEWICHTIGE FREUNDE ERHöHEN DAS RISIKO SELBST ZUZUNEHMEN

Übergewichtige Freunde verändern gültige Normen

Boston – Wer Freunde, Partner oder
Geschwister hat, die übergewichtig sind, trägt ein größeres
Risiko ebenfalls fettleibig zu werden. Wissenschaftler der Harvard
Medical School http://www.hms.harvard.edu und der University of
California http://www.ucsd.edu , die die Auswirkungen von sozialen
Faktoren auf das Körpergewicht untersuchten, kommen zu dem Schluss,
dass Fettleibigkeit ansteckend ist. "Die Wissenschaft ist sich einig,
dass hier sehr viele Faktoren mitspielen", ergänzt Alexandra Hofer
von der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (OGE)
gegenüber pressetext. "Aber soziale Faktoren und der allgemeine
Lebensstil im Umfeld eines Menschen sind wichtige Aspekte."

Einen Freund zu haben, der fettleibig ist, erhöhe das Risiko selbst
übergewichtig zu werden um 57 Prozent, behaupten die Forscher. Im
Zuge ihrer Studie werteten die Wissenschaftler die Daten von mehr als
12.000 Personen aus. Das Ergebnis zeigt, dass die "Ansteckungsgefahr"
bei Geschwistern und Partnern bei etwa 40 Prozent liege. Außerdem
sei der Wert bei Personen des gleichen Geschlechts grundsätzlich
höher.

Die Analyse zeigt auch, dass die Ergebnisse nicht ausschließlich auf
Ähnlichkeiten bei Lebensstil oder Umwelt zurückzuführen sind, denn
der Effekt sei auch bei Freunden nachweisbar, die weit voneinander
entfernt wohnen. "Es ist auch nicht so, dass sich übergewichtige
oder normalgewichtige Menschen eher Freunde suchen, die ähnlich
veranlagt sind", meint Forscher Nicholas Christakis. "Eher zeigt sich
eine direkte, kausale Beziehung."

Die Fettleibigkeit einer Person ändere die Normen im Freundeskreis,
die festlegen, was als angemessenes Körpergewicht zählt. Plötzlich
sei es in Ordnung übergewichtig zu sein. Experten vermuten, dass die
Forschungsergebnisse helfen könnten, den dramatischen Anstieg von
Fettleibigkeit in den USA zu verstehen, denn die Studie legt nahe,
dass soziale Faktoren größeren Einfluss auf das Gewicht einer
Person hätten als physische.

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