Archiv nach Monaten: Dezember 2007

Supermärkte und Diskonter zeigen im deutschen Vergleich
Verbesserungen beim Fischeinkauf

Während die Fischereiminister der EU wie erwartet erneut die Chance verpasst haben, bei der Festlegung der Fangquoten für 2008 die Fischbestände Europas zu retten, reagiert deutsche Handelsketten sehr wohl auf die Überfischung der Meere. Das ist das Ergebnis einer heute veröffentlichen Untersuchung von Greenpeace Deutschland, in der elf Supermärkte und Lebensmitteldiskonter – viele von ihnen auch mit Tochterfirmen und Filialen in Österreich – bezüglich ihres nachhaltigen und transparenten Einkaufs von Fisch und anderen Meeresfrüchten durchleuchtet wurden.

Die Nase vorn hat in der Untersuchung der Diskonter Norma, der auch schon in Österreich Ende 2006 das Supermarkt-Ranking anführte. Auf Platz zwei liegt der nicht in Österreich vertretene Lebensmitteleinzelhändler Kaufland, gefolgt überraschenderweise vom Großhändler Metro, der noch Ende 2006 in der österreichischen Rangliste das Schlusslicht bildete. Auf den Plätzen vier bis sechs:
Lidl, Rewe (in Österreich mit Merkur, Billa und Penny-Filialen) und Aldi-Süd (Hofer).Noch knapp im Mittelfeld: Edeka, Netto und Tengelmann (in Österreich als Zielpunkt). Keiner der befragten Supermärkte erreichte jedoch eine "grüne" Bewertung und somit einen guten Standard beim Fisch-Einkauf. Zwar haben viele der Unternehmen Kriterien für "nachhaltig" gefangenen Fisch, diese sind jedoch oft weder schriftlich noch öffentlich verfügbar. Auch mangelt es meistens bei der praktischen Umsetzung der Prinzipien und bei der Transparenz für den Kunden.
"Es ist erfreulich, dass sich hier anscheinend einiges getan hat. Unsere Supermarktkampagne für ein nachhaltiges Fischsortiment in Österreich hat im Verlauf des Jahres 2007 eindeutig auch die deutschen Mutterkonzerne erreicht", sagt Antje Helms, Meeresexpertin von Greenpeace. "Die Lebensmittelkonzerne reagieren auf die Überfischung. Die schlechten Nachricht ist jedoch, dass wir in den Supermärkten immer noch Kabeljau, Scholle und Rotbarsch gefunden haben. Diese Fischarten gehören nicht in die Regale und Tiefkühltresen, da ihre Bestände bedroht sind. Wir fordern die Supermärkte auf, ihr Angebot wesentlich entschiedener umzustellen."  
Für den Erhalt der Fischbestände müsste die Politik ein nachhaltiges Fischereimanagement durchsetzen und großflächige Meeresschutzgebiete einrichten. Doch die Fisch-Fangquoten für 2008, die von den Fischereiministern der EU in Brüssel heute veröffentlicht wurden, belegen das Versagen der zuständigen Minister. Wie von Greenpeace befürchtet, wurden die wissenschaftlichen Empfehlungen für niedrigere Fangquoten und die Vorschläge der Europäischen Kommission wie schon in den vergangenen Jahren ignoriert. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass weltweit 76 Prozent der kommerziell gehandelten Fischbestände maximal genutzt, überfischt oder bereits zusammengebrochen sind.

Forscher finden TBC-Spuren in Human-Fossil

Ein internationales Forscherteam berichtet, in einem humanen Fossil in der Türkei Spuren von TBC gefunden zu haben. Das Fossil wird mit einem Alter von rund 500.000 Jahren datiert. Damit wären diese Spuren die ältesten TBC-Funde, so die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins American Journal of Physical Anthropology. Bisher waren die Forscher davon ausgegangen, dass die Erkrankung vor wenigen tausend Jahren das erste Mal aufgetreten ist. Hinweise auf TBC wurden in Mumien in Peru und Ägypten gefunden.

Das gefundene Skelett stammt von einem jungen männlichen Homo erectus, der nach Stand der Wissenschaft von Afrika auswanderte. Das Forscherteam um den Anthropologen John Kappelman von der University of Texas, dem auch Wissenschaftler aus der Türkei und Deutschland angehörten, hatten seit Jahren Spuren des Frühmenschen im Westen der Türkei untersucht. An der Innenseite des Schädels fanden die Forscher deutliche Spuren einer tuberkulösen Leptomeningitis, die das Hirn angreift. Die Experten gehen davon aus, dass der dunkelhäutige Homo erectus für die Erkrankung aufgrund eines Vitamin-D-Mangels besonders anfällig war, denn er wanderte aus einer Region aus, in der er wesentlich mehr Sonnenlicht ausgesetzt war als am Fundort. Dunkelhäutige produzieren weniger Vitamin D als Weißhäutige, da das Pigment Melanin die UV-Strahlung, die für die Bildung von Vitamin D nötig ist, abblockt. „Die Produktion des Vitamin D in der Haut gehört zu den wichtigsten Abwehrfunktionen des Menschen, der gegen eine ganze Reihe von Infektionen und Erkrankungen wirkt“, so Kappelman. Auch für die Tuberkulose-Bakterien des Homo erectus könne der Mangel die Tür geöffnet haben, vermuten die Forscher.

„Tuberkulose ist weltweit immer noch die häufigste Infektionskrankheit. Zwei bis drei Mrd. Menschen sind infiziert, bei fünf bis zehn Prozent bricht die Erkrankung auch aus. In Mitteleuropa konnte die Erkrankung deutlich zurückgedrängt werden. Hier sind nur etwa zehn bis zwölf pro 100.000 Menschen davon betroffen.

Das Äussere liefert Signal für gemeinsamen Nachwuchs

Mit den biologischen Wurzeln der Schönheit und ihrer Bedeutung für die menschliche Partnerwahl befasst sich eine Emmy-Noether-Forschergruppe, die Anfang 2008 ihre Arbeit am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen http://www.uni-goettingen.de aufnimmt. Im Zentrum der Untersuchungen steht dabei das evolutionspsychologische Verständnis des statischen und dynamischen körperlichen Erscheinungsbildes des Menschen.

Das Forscherteam, dem auch Wissenschaftler aus Österreich und Großbritannien angehören, untersucht die Signalwirkung von Gesichtern und Körpern sowie Körperbewegungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) http://www.dfg.de fördert die Wissenschaftsgruppe „Evolutionary Psychology of Human Physical Appearance and Body Movement“ über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 840.000 Euro. Für ihre Untersuchungen nutzen die Experten unter anderem die dreidimensionale digitale Bewegungserfassung und -analyse.

Die Evolutionspsychologie hat in den vergangenen Jahren umfangreich zum Verständnis der Bedeutung des menschlichen Erscheinungsbildes beigetragen. Einig sind sich die Experten darüber, dass die Variation körperlicher Merkmale durch Mechanismen der sexuellen Selektion beeinflusst wird. „Das Schönheitsempfinden erwächst demnach aus allgemeinen, kulturübergreifenden Grundschemen, die wesentliche biologische Ursachen haben“, so Studienleiter Bernhard Fink. Die Kriterien für Attraktivität und Schönheit entstanden in der Evolution im Kontext der Partnerwahl. Das Aussehen lieferte demnach ein schnelles Signal, ob sich der andere als Partner für gemeinsame Kinder eignete.

Evolutionspsychologische Studien zeigen, dass die menschlichen Partnerwahlentscheidungen auch heute noch maßgeblich von körperlichen Signalen beeinflusst werden und biologischen Gesetzmäßigkeiten folgen, die in der Evolution von Vorteil waren.

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Gates Foundation und Rotary International zahlen

Seattle – Die weltweite Kampagne zur Bekämpfung der Kinderlähmung hat von der Bill and Melinda Gates Foundation http://www.gatesfoundation.org und von Rotary International http://www.rotary.org eine Spende in der Höhe von 200 Millionen Dollar erhalten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://www.who.int fordert derzeit zu mehr Spenden auf, um die Krankheit endgültig besiegen zu können. In den vergangenen 20 Jahren haben Impfprogramme die Anzahl neuer Erkrankungen drastisch sinken lassen. In Nigeria, Pakistan, Indien und Afghanistan tritt die Kinderlähmung noch immer epidemisch auf. In den späten achtziger Jahren wurden jährlich rund 360.000 Kinder durch die Folgen der Krankheit gelähmt. Derzeit sind rund 700 Kinder jährlich betroffen. Alle Versuche, die Kinderlähmung endgültig zu besiegen, sind bisher jedoch gescheitert.

In diesem Jahr hat die WHO bereits eine Kampagne gestartet und von der westlichen Welt ein größeres Engagement eingefordert. Generaldirektorin Margaret Chan betonte gegenüber der BBC, dass diese Schenkung zu einem wichtigen Zeitpunkt gekommen sei. „Die letzten Reste der Krankheit sind am schwierigsten zu bekämpfen und verursachen extreme Kosten.“ Zusätzlich sei diese Initiative genau der Katalysator den es brauche, um weitere finanzielle Unterstützung zu erhalten. In den Ländern, in denen die Kinderlähmung noch immer epidemisch ist, haben die Impfprogramme mit einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten zu kämpfen.

Die am meisten betroffenen Gemeinden verfügen eher über eine schlechte Gesundheitsversorgung. So sind betroffene Kinder oftmals nur schwer zu erreichen und mit den erforderlichen Medikamenten zu versorgen.