Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky regte eine Diskussion darüber an, Zigaretten überhaupt zu verbieten.

Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky lässt zum Thema Rauchen aufhorchen. In einem ausführlichen Interview im Wirtschaftsmagazin “trend” vom März erklärte sie wörtlich: “Ich sage Ihnen provokant etwas, weil ich da Fachexpertin bin: Wenn alle Menschen glauben, dass Rauchen wirklich so schädlich ist, dann müssen wir es ganz verbieten. Dann dürfen wir Zigaretten auch nicht verkaufen. Ich bin zu dieser Diskussion gern bereit.”
Ansonsten vertritt die im Interview durchaus emotional agierende Ressortchefin ambivalente Positionen zu sensiblen Thema. Sie halte die “Freiheit des einzelnen” für besonders wichtig, jeder solle “in seinem Bereich tun können, was er möchte”.
Angesprochen auf das Thema “Passivrauchen” erklärt die Ministerin, dass es “große Diskurse zu dem Thema” gebe; die Behauptung, dass Passivrauchen bis zu hundert Tote pro Jahr verursacht, könne sie “nach Kenntnis der aktuellen wissenschaftlichen Studien nicht bestätigen”.
Kdolsky verweist darauf, dass Österreich “das erste europäische Land war, das in allen überdachten öffentlichen Bereichen ein allgemeines Rauchverbot ausgesprochen hat.” Auf die Frage, warum dann in der Cafeteria im Ministeriumsgebäude geraucht werde, reagierte die Ressortchefin heftig: “Das macht mich wirklich ärgerlich. Als Gastronomiebetrieb darf dort nach derzeitiger Rechtslage noch geraucht werden. Außerhalb des Lokals besteht selbstverständlich Rauchverbot. Wir wissen aber, dass das bestehende Gesetz Lücken bei Kontrolle und Sanktionen hat.”
Sie wolle, so die Ministerin weiter, “Kein Spitzelwesen.” Generelle Rauchverbote in Lokalen wären sinnlos, denn, so Kdolsky:
“In Italien wird leider nicht weniger geraucht als vorher, nur eben auf der Straße. Es gibt keine rezenten Studien, dass sich durch ein Rauchverbot in Lokalen das Rauchverhalten ändert.”
Zur Zeit, so Kdolsky, gebe es zwischen den Parteien eine “Nachdenkpause”, neuerliche Gespräche verspricht sie für “Mai oder Juni”. Sie habe jedoch “einen fix fertigen Gesetzesvorschlag zum Nichtraucherschutz vorgelegt.” Auf die Frage, warum dieser nicht diskutiert werde, sagt Kdolsky: “Weil es auch andere Dinge gibt, die wir zu tun haben. Ich arbeite in einem der themenreichsten Ressorts. Ich möchte die Menschen ohne Zwang zu einem Umdenkprozess bringen.”

Frau Ministerin! Bitte setzen Sie endlich die von Ihnen selbst schon angekündigten Maßnahmen zum Schutz von Nichtrauchern, auch in Lokalen! Für ein generelles Rauchverbot in Lokalen.

Mehr dazu auf der Nichtraucherplattform www.geschafft.at

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